Die Trüffel – Ein Aphrodisiakum?

In einer Legende aus den Marken soll Zeus sich hier in den Goldregen verwandelt haben, der die Prinzessin Danae schwängerte. Und die Tropfen, die auf die Erde fielen, wurden zu Trüffeln. Da der Gott sich immer noch nach Danae sehnt, verwandelt er sich jedes Jahr in einen Goldregen, der im Herbst die Trüffeln wachsen lässt.

Aufgrund dieser Geschichte wurden der mysteriösen Trüffel aphrodisische Eigenschaften zugeschrieben. Brillat-Savarin drückte dies folgendermaßen aus: „Wer Trüffel sagt, spricht ein großes Wort aus, das beim Rock tragenden Geschlecht Erinnerungen an erotische Genüsse und Gaumenfreuden weckt und an Gaumenfreuden und erotische Genüsse bei den Bartträgern. Diese doppelte Ehrung kommt daher, weil die berühmte Knolle nicht nur herrlich schmeckt, sondern auch weil man glaubt, dass sie eine Kraft verleiht, die das sußeste Vergnügen verspricht.“ Aber auch er ist nicht ganz sicher: „Die Trüffel ist kein eigentliches Aphrodisiakum, aber es kann bei gewissen Gelegenheiten die Frauen zärtlicher und die Männer liebevoller machen.“

Die Sage von der Trüffel als „Liebesknolle“ hält sich trotzdem bis heute, auch wenn eine aphrodisierende Wirkung keineswegs nachgewiesen werden kann. In seiner Zusammensetzung soll der Duft dem sexuellen Lockstoff eines Ebers gleichen, der dem des Menschen ähnlich ist. So untersuchten deutsche Forscher in den 1980er-Jahren die Inhaltsstoffe des Périgord-Trüffel und fanden Androstenon, ein Pheromon mit einem starken Moschusduft, wie er in den Hoden des Ebers vorkommt und der vor der Brunst in die Speicheldrüsen gelangt. Die Forscher waren der Meinung, dass die biologische Funktion dieses Pheromons die Hartnäckigkeit erklären könnte, mit der das weibliche Schwein (Bache) nach Trüffeln gräbt.

Die Begründung, die den Mythos der aphrodisischen Eigenschaften wissenschaftlich zu bekräftigen scheint, hält sich hartnäckig. Leider ergaben ein Jahrzehnt später Experimente des französischen Chemikers Thierry Talou, dass nich ein Pheromon, sondern Dimethylsulfid, ein schweflig riechender Duftstoff, die Schweine und Hunde anzieht.

Sogar die bekannten Trüffelfliegen werden durch den Geruch des Dimethylsulfid angelockt. Die Trüffelsucher sind eher realistisch, was die aphrodisierende Wirkung angeht, auch wenn sie vom Mythos der „Liebesknolle“ profitieren. Es ist eben etwas magisches, was die Trüffel umgiebt. Dies hängt auch damit zusammen, dass die Trüffelsucher ihre Plätze bestmöglich geheimhalten. So hat jeder Trüffelsucher Plätze, die er heimlich aufsucht.